So werden Mamas fit für den Frauenlauf

Sandra Bissinger, Leiterin der Laufmamalauf-Gruppen in Augsburg und Friedberg

Sandra Bissinger weiß, wie es sich anfühlt, bei null anzufangen. Die Mutter zweier Söhne brachte nach ihren Schwangerschaften ihren Körper mit viel Sport wieder in Form und ihre Fitness in Schuss. Seit vier Jahren leitet die 37-Jährige die Laufmamalauf-Gruppen in Augsburg und Friedberg. Als zertifizierte Fitnesstrainerin gibt Sandra Bissinger im Interview nun auch (potenziellen) Frauenlauf-Teilnehmerinnen und Lauf-Einsteigerinnen Tipps, damit die ersten Runden nicht zur Qual werden.

Frau Bissinger, den Frauen in Ihren Laufmamalauf-Gruppen geht es wie vielen, die mit den Laufen anfangen: Sie starten bei null. Das ist hart. Da ist sicher im Training anfangs mehr Motivationsarbeit als Konditionstraining nötig….

Sandra Bissinger: Nicht unbedingt. Eigentlich sind die Frauen in unseren Gruppen total motiviert. Was sie antreibt, ist das Ziel, die letzten überflüssigen Pfunde nach der Schwangerschaft loszuwerden, sich einfach wieder fit zu fühlen. Und das klappt in der Gruppe einfach am besten.

Ist das Ihr Tipp an alle Wieder- und Neueinsteiger beim Laufen: sich nicht alleine quälen, sondern eine Laufgruppe aufsuchen?

Auf jeden Fall. In der Gruppe geht das einfach besser. Vor allem, wenn man einen festen Termin hat. Sonst findet man ja immer tausend Ausreden, warum man abends nicht mehr rausgeht zum Trainieren.

Und als Ziel ein großes Event wie den Frauenlauf?

Das wäre natürlich perfekt. Wir werden auch dabei sein. Die Mamas in meinen Gruppen pushen sich da gegenseitig: Du schaffst das! Das bringt einen enormen Schub.

Wenn ich mir so ein Ziel gesteckt habe und beim Frauenlauf im Juli fünf Kilometer laufen will, wie lange im Voraus sollte ich mit dem Training beginnen?

Einen festen Zeitplan gibt es da nicht. Das ist sehr individuell – gerade nach einer Schwangerschaft. Bei manchen stellen sich schon nach vier Wochen erste Erfolge ein, bei anderen kann es auch mal ein halbes Jahr dauern, bis sie tatsächlich wieder joggen können. Was mir auffällt: Viele Frauen sind zu ungeduldig. Aber man darf nichts erzwingen und muss auf seinen Körper hören. Vor allem für Mütter kurz nach der Geburt gilt das. Der Fokus muss auf einem festen Beckenboden liegen, nicht auf Bestzeiten.

Die Laufmamalauf-Gruppe beim gemeinsamen TrainingUnd wie gehe ich beim Training konkret vor? Motivation in der Gruppe haben wir ja nun schon. Jetzt fehlt noch die Fitness…

Wir bei Laufmamalauf starten mit kleinen Bewegungseinheiten und Läufen, die Mamas haben ihre Kinderwagen dabei. Dabei reicht anfangs schon flottes Walkingtempo. Wichtig ist, dass die Mamas es bewusst machen und auf Rücken und Beckenboden achten. Da kann man dann Cardio-Einheiten einbauen und das Tempo verschärfen oder auch mal joggen. Aber alles sehr behutsam.

Wie lange sollten solche Einheiten sein?

Da reichen anfangs schon 15 Minuten mehrmals pro Woche, um einen Effekt zu erzielen. Das ließe sich zum Beispiel in den Nachmittagsspaziergang integrieren, wenn man ohnehin mit dem Kind oder dem Kinderwagen draußen ist. Man kann da beim Tempo langsame und schnelle Phasen abwechseln: eine Minute langsam und dann im Rhythmus von einer Minute, zwei Minuten und drei Minuten schneller werden – und anschließend langsam wieder Tempo rausnehmen.

Und wie sieht es mit der Kraft aus?

Auch die fehlt bei vielen Müttern. Deswegen ist das Krafttraining neben den Konditionseinheiten ein weiterer wichtiger Baustein. Das vernachlässigen viele.

Welche Muskelpartien sollte ich als Sport-Neuling oder Wieder-Einsteiger besonders trainieren?

Wir wollen ja weder Ausdauerläufer werden, noch ein Sprinter mit kräftigen Oberschenkeln, sondern einfach fit für den Alltag. Deswegen muss auch das Krafttraining ganzheitlich sein und den Körper von oben bis unten trainieren.

In Ihren Trainings sind ja immer wieder neue Teilnehmer, die nach einer Geburt wieder einsteigen. Wie erleben Sie diese Frauen? Was macht das Laufen mit ihnen?

Es löst oft wahnsinnige Euphorie aus. Die Frauen fühlen sich im eigenen Körper wieder wohl, sie entwickeln eine ganz andere Wahrnehmung für sich selbst. Es gibt auch einige, die zuvor ungern Sport gemacht haben, und durch das behutsame Ranführen ans Laufen plötzlich eine richtige Begeisterung entwickeln. Da geht es nicht um Bestleistungen, sondern um Freude an Bewegung und einem gesunden Leben.

Also genau das, was auch der Frauenlauf vermitteln will.

Genau. Wir sind ja bei vielen Läufen dabei, demnächst auch beim Firmenlauf. Manchen Mamas kostet es aber viel Überwindung, weil da doch bei etlichen der Teilnehmer schon ein Leistungsanspruch da ist. Das ist beim Frauenlauf anders. Ich bin mir sicher, dass sich da viel mehr Frauen auf die Strecke trauen, die sonst wohl nicht mitmachen würden.

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